Keynote Lecture – Vision beyond 2020

Die Initiative „Vision 2020: The Right to Sight“ hat vermeidbare Blindheit in den vergangenen zwanzig Jahren weltweit mit großem Erfolg bekämpft. Strukturschwache Länder sehen sich jetzt mit denselben Problemen konfrontiert wie Industrienationen – mit Glaukom, diabetischer Retinopathie und Myopie. Wie wir die Herausforderungen global bewältigen können, ist Thema der Keynote Lecture von Dr. Adrian Hopkins, London, GB. Es wird simultan übersetzt.

Dr. med. Adrian Hopkins nahm 1975 die Arbeit in einem Missionskrankenhaus im Regenwald Pimu im damaligen Zaire (heute Demokratische Republik Kongo) auf, wo er sich knapp siebzehn Jahre lang der Gesundheitsversorgung und der Ausbildung von Krankenpflegepersonal in dem ländlichen Gebiet widmete. Darüber hinaus baute er die augenärztliche Versorgung in weiten Gebieten der Provinz Équateur auf. 1993 wurde Dr. Hopkins zum technischen Berater am Nationalprogramm zur Bekämpfung der Flussblindheit und Blindheitsprävention des Gesundheitsministeriums der Zentralafrikanischen Republik ernannt. Das Projekt wurde von der Christoffel-Blindenmission (CBM) unterstützt. 

Trotz des damals noch andauernden Bürgerkriegs kehrte er 1999 – wiederum mit Unterstützung der CBM –in die Demokratische Republik Kongo zurück, um dort das Training Centre for Ophthalmology for Central Africa in Kinshasa aufzubauen. Er widmete sich zu dieser Zeit nicht nur weiterhin der Bekämpfung von Flussblindheit, sondern arbeitete auch gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation und der Initiative Vision 2020 an der Planung und Durchführung von Workshops und Bildungsangeboten in zahlreichen afrikanischen Ländern. 2008 kam er als Direktor zum Mectizan Donation Program mit Sitz in Atlanta (USA), wo er sich der Bekämpfung und Ausrottung der Flussblindheit und weiterer wenig beachteter Tropenkrankheiten widmete. 

Darüber hinaus unterstützt er die medizinische Arbeit in Kongo und arbeitet gemeinsam mit Partnern an der Verbesserung der augenheilkundlichen Ausbildung sowie der Ausweitung der augenärztlichen Versorgung auch unter schwierigen Bedingungen. Erst kürzlich leistete Dr. Hopkins einen wichtigen Beitrag zu den vom Regionalbüro Afrika der WHO und der IAPB veröffentlichten Empfehlungen für eine kompetenzorientierte Ausbildung von augenheilkundlichem Fachpersonal.

2005 wurde er mit dem Tropenophthalmologie-Preis der DOG ausgezeichnet. 2010 erhielt er für seine Arbeit zur Flussblindheit die John Holt Medal der Liverpool School of Tropical Medicine. In Anerkennung seiner humanitären Leistungen wurde Dr. Hopkins 2015 der Titel „Member of the Order of the British Empire“ (MBE) verliehen. 2015 folgte der Prince Abdulaziz Bin Ahmad Al Saud Prevention of Blindness Award.